Die Diskussion um den Skywalk über der Waldenburger Bucht ist in eine neue Phase eingetreten. Nach dem von Bürgermeister Hilleke in Aussicht gestellten Kompromiss, dass die Aussichtsplattform nicht direkt vor die SGV-Hütte, sondern nach links oder rechts verschwenkt gebaut werden könnte, nimmt die SPD wie folgt Stellung: „Endlich kommt Bewegung in die Sache! Bürgermeister Hilleke kann sich jetzt einen Kompromiss vorstellen, den er noch in der letzten Ratssitzung kategorisch abgelehnt hat. Die SPD wird die Ergebnisse der notwendigen Bodenuntersuchungen mit Interesse abwarten. Gleichzeitig werden wir weiter intensiv mit Bürgern und SGV besprechen, welche Lösung sie bevorzugen.“ Der Attendorner SPD-Vorsitzende Wolfgang Langenohl dazu: „Der Entscheidungsprozess kann nicht richtig gewesen sein, wenn so viele Bürger ihre Ablehnung bekunden.“
Die Sozialdemokraten betonen dabei, dass der Rat das Maßnahmenpaket des Regionale-Projektes „Bigge-Listersee“, einschließlich der Aussichtsplattform, einstimmig beschlossen habe. „Auch die SPD-Fraktion hat zugestimmt, so Christian Pospischil, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Richtig sei aber auch, dass dies im Glauben geschehen sei, der SGV stimme der Planung zu. Nun gewinnt man den Eindruck, dass sich der SGV lediglich zu einer kleineren Plattform zustimmend geäußert hat. Dies wurde dem Rat offenbar als generelle Zustimmung verkauft, als schon eine weitaus größere Plattform geplant war.
Der offene Brief von Bürgermeister Hilleke sei dagegen kein gutes Beispiel eines Dialogs mit den Bürgern, so die Sozialdemokraten. Hilleke kritisiere die entstandene Diskussion statt die Bedenken ernst zu nehmen. Es ist widersprüchlich, wenn der Bürgermeister behauptet, dass sich der „Wind im SGV erst in diesem Sommer gedreht habe“, gleichzeitig aber zugibt, dass er schon im Februar der Presse entnommen habe, dass das Projekt bei vielen SGV-Mitgliedern auf Kritik stoße. Geradezu lächerlich ist der Vorwurf, der SGV habe die Verwaltung nicht zum Ortstermin eingeladen und habe z.T. fehlerhaft über das Vorhaben informiert. Dazu ist festzustellen: 1. Es ist Aufgabe der Verwaltung, nicht Aufgabe des SGV, über das Projekt zu informieren. 2. Die Informationspolitik der Stadt selbst ist zu hinterfragen. Insbesondere, wenn der Bürgermeister zugibt, dass erst jetzt aussagekräftige Bilder über die geplante Konstruktion vorliegen.
Die SPD wird das Vorhaben in den kommenden Wochen weiter intensiv mit den Bürgern diskutieren. Am 22.08. werden sich die Sozialdemokraten zu einer Sonder-Fraktionssitzung treffen. Hier wollen die Sozialdemokraten ihr weiteres Vorgehen festlegen. Dabei sollen alle Optionen auf den Tisch gelegt werden. „Es gibt keine Denkverbote und kein einfaches „Weiter so!“, so der Fraktionsvorsitzende Kai-Uwe Gehrke. „ Wir nehmen die Bedenken der Attendorner ernst, aber eins bleibt auch richtig: der See muss attraktiver werden. Und an der SGV-Hütte schlummert ein größeres touristisches Potenzial. Alle sollten noch einmal darüber nachdenken, ob dieses Potenzial im Einklang mit der Natürlichkeit des Aussichtspunktes gehoben werden kann.“ Die bisher fehlende Transparenz dieses Prozesses macht nach Ansicht der Sozialdemokraten eine stärkere Einbindung der Bürger in den Entscheidungsprozess nötig. Wie diese aussehen kann, auch darüber wird die SPD-Fraktion am 22.08. beraten.
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