Betritt man das evangelische Gemeindehaus am Westwall und hört einen etwas unkonventionellen Damenchor, dann braucht man nicht mehr auf das Datum zu schauen: Es ist der erste Dienstag im Monat nach 10 Uhr und bald werden sich die Türen zum großen Gemeindesaal öffnen. Das monatliche „Frauenfrühstück“ ist zu Ende.
Als vor über 10 Jahren Heike Schäfer vom Diakonischen Werk Plettenberg Frauen zu einem gemeinsamen Frühstück einlud, war das Echo nicht besonders. Nur 5 – 6 Frauen trafen sich im Gemeindehaus. Da der Aufwand zur Vorbereitung weitaus höher war als der Erfolg, schlief die Sache schnell wieder ein, zumal sich auch keine Nachfolgerin fand.
Erst als sich Renate Richard von der Evangelischen Frauenhilfe der Gemeinde vor genau 10 Jahren bei Pfarrer Christof Grote bereit erklärte, die Leitung des Frauenfrühstücks zu übernehmen, erlebte diese Gruppe einen nicht zu erwartenden Aufschwung. Gemeinsam mit Irmgard Kahle bereitet sie seitdem am ersten Dienstagmorgen im Monat ab 8 Uhr das Frühstück vor. Nicht nur, dass Kaffee gekocht werden muss und frische Brötchen, Aufschnitt und Käse nach den verschiedensten Geschmäckern eingekauft und angerichtet werden müssen, nein, auch die Tische im großen Gemeindesaal werden liebevoll gedeckt und mit Blumen geschmückt, bevor gegen 9 Uhr zwischen 15 und 22 Frauen – meist etwas ältere Jahrgänge – erscheinen.
Damit beginnen etwa 90 Minuten gemütliches Frühstücken, der neuste Klatsch wird ausgetauscht und zum Abschluss noch das eine oder andere Lied gesungen.
„Es ist immer etwas schwierig, genug für das Frühstück einzukaufen“, so Renate Richard, „denn wir wissen ja nie, wie viele Frauen kommen, da eine Anmeldung nicht notwendig ist. Und wir wollen auch nicht zu viele Reste behalten.“ Da die evangelische Kirchengemeinde nicht die Kosten dafür übernehmen kann, zahlt jede der Damen einen kleinen Obolus ins Körbchen, damit auch im nächsten Monat wieder genug zu essen auf den Tischen stehen kann.
Zu einer schönen Tradition ist es in dieser Gruppe geworden, dass Helga Dingerkus sich und die anderen Damen mit Dönekes und Gedichten humorvoll unterhält. „Ein Frühstück ohne mindestens ein Gedicht von ihr, ist kein richtiges Frauenfrühstück, denn wir wollen ja auch kräftig lachen“ wie eine der Teilnehmerinnen erzählt.
Nach den gemeinsamen Liedern zum Abschluss heißt es dann abräumen, was gemeinsam auch schnell erledigt ist, damit Alinda Jenkner ihres freiwillig übernommenen Amtes walten kann: Spülmaschine ein- und ausräumen, Kaffeekannen spülen und wegräumen, sowie das gespülte Geschirr wieder in die dafür vorgesehenen Schränke deponieren.
Renate Richard und Irmgard Kahle sind sich mit den anderen Damen einig: „Mit einem solchen Beginn kann der Tag nur gut werden!“

Auch das muss sein: Alinda Jenkner, Renate Richard und Irmgard Kahle beim Aufräumen nach dem Frühstück
Fotos: Ernst





