Nach fast vier Wochen, damit schon die Hälfte meines Sri Lanka Aufenthaltes, kann ich ein Zwischenfazit ziehen: Ich habe mich im Heim sehr gut eingelebt und mit den Kindern komme ich, trotz anfänglichen Bedenken bezüglich meiner Belastbarkeit, super zurecht. Ich habe mich an die vielen Fragen sowie die Suche nach ständiger Aufmerksamkeit gewöhnt und freue mich auf jeden neuen Tag!
Am Wochenende durften wir in Sri Lanka das Vesak-Fest miterleben. Die Buddhisten feiern an diesem Tag die Geburt, Erleuchtung und Verlöschung Buddhas in Form einer Puja. Morgens ging es zunächst in den Tempel; aufgrund meiner mangelnden singhalesischen Sprachkenntnisse widmete ich mich eher dem Tempel selbst als dem Gebet des Mönchs, trotzdem war es interessant einen Einblick in die Traditionen des Buddhismus zu bekommen. Die Puja selbst kann man mit der Andacht der Christen vergleichen; im Hinduismus und Buddhismus wird sie idealerweise täglich zelebriert. Am Tag des Vesak-Festes dauerte die Puja den ganzen Tag. Das Vesak-Fest selbst ging noch bis in den Abend. Zahlreiche Lichter schmückten die Straßen, Geschäfte und Häuser, für deren Blick sich eine Fahrt von Dorf zu Dorf gelohnt hat. Zusammen mit mehreren gespendeten Getränke- und Essensausgaben wurde der Abend für alle Bewohner jeglichen religiösen Hintergrunds zu einem gelungenen Fest.
Vergangenen Montag ist der Projektleiter Frank Lieneke nach einem 1-monatigen Aufenthalt aus Deutschland nach Marawila zurückgekehrt. Es ist sehr interessant Geschichten über das Heim und Hintergrundinformationen über die Arbeit hier in Sri Lanka zu hören. 2005 wurde der gemeinnützige Verein „Dry-Lands-Project e.V.“ in Deutschland gegründet. Im darauf folgenden Jahr wurde der Verein als eine Non-Governmental-Organization (NGO) in Sri Lanka eingetragen und die Eröffnung des Kinderheims „Angels Home for Children“ hat stattgefunden. Zurzeit deckt die Initiative ihre Kosten ausschließlich über private Spenden ab. Auf der website www.dry-lands-project.org werden die jährlichen Ein- und Ausgaben für das Kinderheim für alle zugänglich aufgelistet. Im Jahr 2011 konnten rund 65.000€ der Ausgaben in Sri Lanka durch regelmäßige Spenden akquiriert werden. Jedoch um die gesamten Kosten des Jahres abzudecken, fehlten weitere 6000€. Die Organisation wird weder vom Staat noch von großen Unternehmen unterstützt. Die Gelder stammen ausschließlich von Patenschaften und privaten Spender.
Die Aufgaben für uns Praktikantinnen bestehen einerseits darin die Kinder bei der Alltagsbewältigung zu unterstützen, ihnen Nachhilfe zu geben und natürlich für sie da zu sein. Auf der anderen Seite steht das Thema Öffentlichkeitsarbeit jeden Tag auf meinem Tagesplan um den Verein und das Projekt auch bei administrativen Aufgaben zu unterstützen. So bekomme ich einen Einblick in die Arbeit der Projektleiter, Frank Lieneke und Julia Fischer, sowie in den Aufbau eines gemeinnützigen Vereines wie dem „Dry-Lands-Project“. Eine auszeichnende Größe der Organisation ist die Kontaktpflege zu Projektpaten und zu Pateneltern der Mädchen. Regelmäßige Briefe und Bilder der Kinder, Newsletter sowie aktuelle Neuigkeiten und Berichte auf der website sind erwähnenswerte Kriterien, die die Organisation kennzeichnen.
Das Angels Home befindet sich seit seinen Anfängen in einem Prozess mit stätigem Wachstum. Zurzeit leben 50 Kinder im Heim; Platz gibt es jedoch für 60. Damit weitere Kinder im Heim aufgenommen werden können, heißt es zunächst vorhandene Strukturen und den bisherigen Alltag in seiner Effektivität zu festigen. Julia und Frank freuen sich über jede Unterstützung weiterer Praktikantinnen im Angels Home, die mit ihnen das Projekt wachsen lassen wollen!
Ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit habe, dass Angels Home persönlich kennenzulernen. Auch wenn mein Aufenhalt in Sri Lanka nur begrenzt ist, weiß ich, dass ich für mich einen kleinen Beitrag leiste um an der Entwicklung des Kinderheims beizutragen und in den Gesichtern der Kinder ein Lächeln zu zaubern!



