Freitag, 24. Mai 2013

Begegnungen: Handbiker Jörg Pieper

Print Friendly

Handbiker Jörg Pieper

Der Attendorner Handbiker Jörg Pieper berichtet von seiner ganz speziellen Sportart “Handbike fahren”:

“Ein großes Ziel rückt immer näher. Die Mallorca-Rundfahrt 2012 mit 312 Kilometern und bis zu 4500 Höhenmetern. Da ich vor meinem Unfall, als Rennradfahrer schon des öfteren auf der Insel trainiert habe und alle Ecken der Insel kenne, soll dieses nun eine ganz besondere Herausforderung werden, die 312 Kilometer mit dem Handbike in 14 Stunden zu absolvieren.

Die neue Saison hatte nicht ganz so begonnen, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Nachdem ich mir letztes Jahr zum Saisonende eine Druckstelle eingefangen hatte, Schuld war ein Stein im Sitzkissen des Bikes, konnte ich nach ca. 2,5 Monaten Pause erstmals Mitte Januar wieder im Bike sitzen und mit dem Training beginnen. Der Leistungstest im Dezember war ernüchternd, hieß es da für mich 4 Wochen Grundlage fahren auf Lanzarote. Das bedeutete, dass ich nicht viel von der schönen Insel sehen würde, da alles was über El Golfo hinaus ging, nicht meinen Wattvorgaben entsprach. So durfte ich dann viel allein trainieren, da der Rest der Athleten ( auch der Großteil meines Teams ) ein viel höheres Trainingniveau hatte. Eine “treue Seele” an meiner Seite, Andy Künkler, begleitete mich dann doch noch auf etlichen Touren.

Auch 2012 auf Lanzarote zu sein war wieder ein Erlebnis mit immerhin 1700 Km in vier Wochen. Es waren viele Handbiker nach und nach aus sämtlichen Nationen angereist, so auch unser Team Sopur. Bei einem unserer Teammeetings konnten wir feststellen, dass Team Sopur um 4 weitere Athleten gewachsen ist. Auch dort wurden die einzelnen Ziele der Athleten besprochen um eventuelle gegenseitige Unterstützung im Rennen/Training zu bekommen. So konnte auch ich mein Vorhaben bekannt geben und als Highlight die Mallorca-Rundfahrt ankündigen.

Das Rennen (3. Vuelta Playa Blanca) auf Lanzarote war für mich nur eine Nebensache, locker mitrollen war angesagt. Die Disziplin sollte sich bezahlt machen. Nach Lanzarote machte ich einen weiteren Leistungstest in Hannover, bei Dr. Ralf Lindschulten, der mir jetzt eine gute Grundlage diagnostizierte und den nächsten Trainingsplan für Mallorca mit höheren Wattzahlen ausstellen konnte. Nach knapp 2-wöchigem Aufenthalt in Deutschland, ein bisschen Wäsche musste auch gewaschen werden, ging es mit meiner Frau auf nach Mallorca. Dort war schnell zu merken, dass sich meine Form verbessert hatte. Es sollte eine Vorbereitung für die geplante Rundfahrt sein. Im Trainigsumfang war auch der Puig Major enthalten, der höchste Berg auf Mallorca und somit auch der schwierigste Anstieg der Tour. Es sollte in der 2. Mallorca -Woche der Donnerstag sein, nun hatte ich einen kleinen Vorgeschmack auf das, was auf mich zukam…. Nach weiteren 1000 Kilometern in 2 Wochen auf Mallorca hieß es Abschied nehmen von der sonnigen Insel.

Wieder zurück in Deutschland habe ich dann mein neues Bike bei Sopur, Sunrise Medical, in Malsch, abgeholt. Nach der ersten Probefahrt im Trainingslager mit dem neuen Bike Shark RS ist mir gleich aufgefallen, das es um einiges leichter ist, einen kleineren Wenderadius hat, was ein agressiveres Fahren erlaubt. Die Zeit reichte leider nicht, um mit dem neuen Bike in Rosenau an den Start zu gehen. Fazit von Rosenau: Die erste Gruppe fährt zurecht nach London zu den Paralympics. Ich fuhr in der 2. Gruppe mit und merkte, dass sich meine Form weiter verbessert hatte, obwohl ich keine Intervalle trainiert habe, konnte ich mich in der Gruppe halten. Mit dem 15. Platz und einer Zeit von 1.11 Std. habe ich das Rennen beendet.

Nach einigen Einstellungen und neuer Rückenschale von “Reha Team” Hamburg ist das neue Bike jetzt bereit um mit mir am 23.04. nach Mallorca zu fliegen und die letzten Kilometer vor der Rundfahrt mit mir zu trainieren. Der größte Feind wird das Wetter sein, Mallorca ist bekannt für seine wechselnden Winde. Jetzt heißt es Augen zu und durch, es ist alles gebucht, so steht dem Start am 28.04. um 7.00 Uhr in Alcudia nichts mehr im Weg.”




Deine Meinung ist uns wichtig

*

Rss Feed Tweeter button Facebook button Flickr button Youtube button