Dass man in den Ferien neben Spiel und Spaß auch etwas lernen kann, erfuhren die rund 20 Kinder, die an der diesjährigen Ferienspaßaktion der evangelischen Kirchengemeinderder Hansestadt Attendorn in der ersten Ferienwoche teilnahmen. Im Mittelpunkt der Aktion, die in diesem Jahr zum 17. Male durchgeführt und zu einer der wichtigsten Traditionen der Gemeinde wurde, stand das Buch Ruth aus der Bibel unter dem Titel: „Die Noomi wird zur Omi“.
Nachdem die Kinder am Montagmorgen bei zahlreichen Spielen sich und den ehrenamtlichen Helferkreis kennen gelernt hatten, wurden zunächst T-Shirts gebatikt und Steine mit biblischen Texten versehen.
Diese Steine nahmen die Mädchen und Jungen anschließend mit auf den jüdischen Friedhof, wo ihnen Hartmut Hosenfeld die Besonderheiten eines solchen Friedhofes erläuterte und sie darauf aufmerksam machte, dass es hier üblich ist, statt Blumen Steine auf die Grabsteine zu legen als Zeichen, dass man die Toten nicht vergisst.

Hartmut Hosenfeld (links) erläuterte auf dem Friedhof jüdische Sitten und Gebräuche
Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Getreides. Nach einer Wanderung zum Hof Belke in Milstenau lernten die Kinder (und auch mancher Helfer), wie man die verschiedensten Getreidesorten voneinander unterscheidet und wie man sie nach der Ernte heute und zu Ruths Zeiten verarbeitet. Mit einem kleinen Quiz wurde anschließend das neu erworbene Wissen gleich getestet. Nach einer Stärkung mit viel Kuchen, Waffeln und den nötigen Getränken, fiel der Gruppe der Rückweg zum Gemeindehaus am Westwall nicht ganz so schwer.
Der Mittwoch war dann wieder ein Tag rund um Gemeindehaus und Erlöserkirche, wo eigene kleine Windmühlen gebaut wurden. Mit diesen Mühlen konnten jedoch nicht nur einfach Korn gemahlen, sondern über einen kleinen Dynamo gleich eine Glühbirne zum leuchten gebracht werden, gleichzeitig ein Beispiel, wie aus Windkraft Strom erzeugt wird. Auch in der Jugendküche herrschte reges Treiben: Hier wurden extra für das am nächsten Tag stattfindende Arbeitslosenfrühstück Hefezöpfe gebacken, die am Donnerstagmorgen vor der großen Wanderung zur Friedenskirche in Petersburg zur großen Freude der Arbeitslosen überreicht wurden.
An der Friedenskirche angekommen, bauten viele Kinder mit den Helfern trotz des Regenwetters ihre Zelte für die Übernachtung auf. Mit großem Salatbuffet, Grillwürstchen und Kartoffeln aus der Asche wurde der Abend mit Lagerfeuer und Nachtwanderung zum größten Erlebnis für die Gruppe.
Zum Abschluss der Ferienspaßaktion führten die Kinder in der Friedenskirche zur großen Freude ihrer Eltern ein kleines Theaterstück auf, das sie an den gemeinsamen Tagen erarbeitet und einstudiert hatten. (Text & Fotos: Karl-Hermann Ernst)

Vor der gemeinsamen Übernachten in und um die Friedenskirche in Petersburg gab es Gute-Nacht-Geschichten

Auf dem Bauernhof gab es auch Kostproben der verschiedenen Getreidesorten für die Kinder



